
Der Vierzehensalamander ist ein kleines Tier mit maximal 11cm Gesamtlänge. Die Oberseite ist rost-braun farben mit teilweise metallischen Reflexen. Die Bauchseite ist weiß mit schwarzen punkten. Der Schwanz hat eine Sollbruchstelle am Ansatz, die von den Tieren bei zu großem Stress eingesetzt wird. Dabei lassen sich die Tiere durch Anfassen nicht so sehr stressen wie durch falsche Bedingungen im Terrarium (Hitze, Trockenheit,...). Insgesamt sind die Tiere sehr hübsch anzusehen.
Die Haltung im Terrarium ist nicht weiter schwer, wenn man bestimmte Dinge beachtet. So sind die Tiere gegenüber Trockenheit recht empfindlich. Wenn der Bodengrund feucht ist, ist es den Tieren meist schon zu trocken, was eine nasse (!!!) Haltung nahelegt. Das kann man durch flächigen Einsatz von Moospolstern aus dem Wald erreichen. Die werden stellenweise durch Rindenstücke überdeckt oder unterlegt. Auch Steinplatten eignen sich hierfür. Eine gute Ventilation des Beckens ist auch hier unverzichtbar, da dies das Terrarium aber rasch trocknen lässt, muss man die Feuchtigkeit im Becken oft kontrollieren. Dabei ist dennoch darauf zu achten, dass keine allzu starke Zugluft entsteht. Tagsüber sind die Tiere meist versteckt oder an geschützten Stellen aktiv, sie zeigen sich aber nur Nachts oder kurz vor einsetzender Dunkelheit (abschalten der der Beleuchtung) offen. Beleuchtet wird das Becken nur schwach, so dass das Moos genug Licht hat. In dem Fall wächst das Moos und stirbt nicht ab. Als Bodengrund verwende ich Schaumstoff, den ich zuvor sorgsam ausgespült habe. Mein Becken ist ein 60x30x30 Becken – darin kann man bis zu 8 Tieren sorgenfrei unterbringen. Ich empfehle jedoch darin nur 4-6 Tiere zu halten. Ich habe dem Becken eine Glasplatte eingeklebt, die ein Drittel des Beckens abgrenzt (ca. 6cm hoch). Dieser Teil ist mit grobem Filterschaumstoff ausgefüllt und mit Kies abgedeckt. Darauf liegt Moos und ein Holzstück, das gern als Versteck (Ritzen) verwendet wird, wenn es feucht genug ist. Der Rest ist bis auf einen 3cm breiten Streifen mit 2cm starkem Schaumstoff abgedeckt. Als einfacherer Übergang ist zum abgetrennten Teil noch eine Lage Schaumstoff aufgelegt. Der kleinere Teil des Beckens trocknet oberflächlich immer wieder aus. Dann wird er komplett geflutet. Das überschüssige Wasser fließt dann in den unteren Teil, wo es abgesaugt wird. So wird der Schaumstoff und das Moos immer wieder durchgespült, was eine übermäßige Belastung durch verrottendes Material verhindert. Mittlerweile habe ich festgestellt (vor allem an den Nachzuchten), dass die Tiere sehr unempfindlich auf Sauberkeit reagieren. Es kann schon stinken und die Tiere fressen und wachsen immer noch. Ich sehe den Grund hierdrin in ihrem Lebensraum in der Natur, sumpfige Gegenden in Wäldern und Ränder von stehenden Gewässern, dort verrottet viel Material.
Auf zu hohe Temperaturen reagieren die Tiere sehr empfindlich. Eine Haltung bei über 20°C über mehrere Tage führt schnell zum Abwerfen des Schwanzes und anschließendem Tod der Tiere. Wenn man sehr schnell reagiert und die Tiere in einen kühlen Raum stellt, kann man die Tiere so retten. Es dauert knapp ein Jahr bis der Schwanz dann größtenteils wiederhergestellt ist. Da dort aber die Fettreserven die Tiere sitzen, kann man in der Zeit nicht mit Nachzuchten rechnen und muss stets genug Futter bieten. Im Winter ruhen die Tiere und sind wenig aktiv. Eine Überwinterung bei 5°C über mehrere (meine Erfahrung: 12 ) Wochen ist ratsam. Wenn die Temperaturen im Frühling steigen und die Tiere im Herbst erfolgreich gebalzt haben, kann man mit der Eiablage rechnen.
Die Nachzucht der Tiere hängt stark vom Ernährungszustand und dem Jahresverlauf ab. Im Herbst bilden die Männchen (die sonst schwer von den Weibchen zu unterscheiden sind) zwei deutlich sichtbare Zähnchen am Oberkiefer aus. Die Balz habe ich bislang nicht beobachten können. Die Eier werden in Moospolster am Rand von flüssigem, freien Wasser abgelegt und bewacht. Es werden auch Rindenstücke die auf Moos liegen als Ablageort angenommen. In der Natur werden die Eier in Sphagnum-Matten abgelegt. Offenbar ist also ein saures Milieu nötig um die Tiere erfolgreich nachzüchten zu können. Die Tiere fühlen sich ohne lebendes Moos zudem deutlich unwohler, was sich in verminderter Fressleistung und vemehrten Wander(=Ausbruch)bemühungen zeigt. Deshalb betrachte ich Ratschläge aus dem Internet, wie sie auf manchen Foren propagiert werden, möglichst neutrales oder gar schwach basisches Wasser zu verwenden als falsch, wenn nicht als für gefährlich.
Die Eier werden von den Weibchen bis zum Schlupf bewacht, in dieser Zeit frisst das Weibchen auch nichts. Nester mit Eiern von mehreren Weibchen, die aber nur von einem Weibchen bewacht werden sind keine Seltenheit. Beim Schlupf an Land sind die Larven mit einem sehr kurzen Schwanz etwa 11mm lang. Sie verfügen bereits über voll ausgebildete Vorderbeine und Ansätze von Hinterbeinen. Die Larven bewegen sich dann selbstständig in Richtung Wasser. Dort verbleiben sie bis zu einer Größe von etwa 20mm. Die Larven wurden als pond-type beschrieben, was sich im Terrarium bestätigt. Bei einer zu starken Strömung (Belüfterstein, Filter) sterben die Tiere rasch. Die Larven bevorzugen eindeutig eingelaufenes, abgestandenes, altes Wasser. Wasserwechsel sind deshalb nur in geringen Dosen und nicht allzuhäufig zu empfehlen. Die Besatzdichte ist jedoch entscheidend dafür, wie groß die Jungtiere metamorphosieren.
Umgewandelte Jungtiere sind etwa 19mm lang und sehen bereits aus wie ihre Eltern. Sie sollten unbedingt sehr einfach aus dem Wasser steigen können, da sie rasch und einfach ertrinken. Die Metamorphose kündigt sich durch Schrumpfen der Kiemen an. Sobald das festgestellt wird muss man die Tiere sofort umziehen oder gute Ausstiegsmöglichkeiten bieten, da die Kiemenreste beim Landgang als relativ groß anzusehen sind. Das Becken für die Jungtiere sollte recht klein, mit Erde und Rinde gefüllt und reich an Futter sein. Auch hier muss die Erde sehr nass gehalten werden und es dürfen sich stellenweise kleine Pfützen bilden. Um die Futterdichte hoch zu halten und eine gute Kontrollierbarkeit der winzigen Tiere zu gewährleisten sollte das Becken hierfür sehr klein sein. Ich habe ein selbstgeklebtes, 20*5*20cm (L*B*H) großes Becken für die Aufzucht von 20 Jungtieren verwendet. Es war mit einer Glasplatte abgedeckt um ein Entweichen der Tiere zu verhindern. Die Jungtiere wachsen bei guter Fütterung recht rasch heran.
Als Futter braucht man stets sehr kleine Futtertiere. Ich verwende hierzu Springschwänze, Drosophila (und deren Maden) und Mikro-Heimchen für die adulten Tiere. Die Jungtiere werden mit Springschwänzen und mit dem Bodengrund eingebrachten, kleinen Wirbellosen gefüttert. Enchyträen scheinen die Tiere sehr stark zu stressen, was zu vielen und sehr schnell eintretenden Todesfällen führt! Die ersten Nachzuchten habe ich an einen Freund weitergegeben, der ihnen etwa 6 Monate nach der Metamorphose bereits Mikro-Heimchen reichen konnte. Meine weiteren Nachzuchten sind durch falsche Bedingungen (namentlich: die zu hohe Temperatur im Raum) gestorben, weshalb ich keine Erfahrungen zu der endgültigen Aufzucht habe. Ich hoffe jedoch auf nächstes Frühjahr.
Ich empfehle diese Art nur Personen, die bereits Erfahrungen in der Haltung von Schwanzlurchen gesammelt haben. Sie sieht sehr hübsch aus und hat sehr schöne Verhaltensweisen, die Nachzucht ist machbar so bereitet sie dem Halter viel Freude. Die Bedingungen jedoch richtig zu halten und auf die Tiere rechtzeitig und richtig zu reagieren bedard allerdings einiger Erfahrung. Wenn man sich die Tiere anschaffen möchte, sollte es eine Gruppe von mindestens 4 Tieren sein, da vor allem am Anfang Todesfälle auftreten können.
Literaturempfehlung:
- J.W. Petranka - Salamanders of the United States and Canada
Dieses Buch bei Amazon.de kaufen!
- J. Mitchell, W. Gibbons - Salamanders of the South-East
Dieses Buch bei Amazon.de kaufen!
- C. Kenneth Dodd Jr. - The Amphibians of Great Smoky Mountains National Park
Dieses Buch bei Amazon.de kaufen!