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Im Moment: Beckenbeschreibung für die Gattung Desmognathus

Wie für viele andere Gattungen, ist auch für die Vertreter der Gattung Desmognathus meist der gleiche Aufbau eines Becken notwendig. Ein paar Arten weichen von diesem Muster zwar etwas ab, wie z.B. der riesig werdende D. quadramaculatus oder der terrestrisch lebende Zwerg D. organi, doch kann man auch bei diesen, mit diesem Aufbau nichts falsch machen.

Ich möchte hier ein Becken beschreiben, das dem wahrlich amphibischen Leben dieser Tiere gerecht wird. Denn Desmognathus leben wie kaum eine andere Gattung zwischen den Elementen Land und Wasser. Man kann dem begegnen indem man riesige Becken aufstellt, doch die wenigsten Halter können ein 2 m² Becken im Zimmer unterbringen. Deshalb sollte man sich fragen, was das entscheidende für diese Tiere ist. Man kommt zum Schluss, dass die Übergangszone zwischen Land und Wasser mit all ihren Facetten entscheidend ist. Ein "Landteil" sollte ebenso vorhanden sein wie ein "Wasserteil" und das auf möglichst wenig Raum.
Die Lösung ist das Stapeln der unterschiedlichen Zonen aufeinander.

Der Wasserbereich
Da die Tiere keine großartigen Schwimmer sind, ja sogar ertrinken wenn sie in Panik nicht aus dem Wasser gelangen können, ist ein tiefes Wasserbecken unnötig. Sind die Tiere im Wasser, verstecken sie sich meist in Ritzen, Spalten und in Objekten. Durch eine geschickte Anordnung von Steinen und Steinplatten, kann man den Tieren so eine recht beengte Situation vorgaukeln, so dass man sie komplett an der Scheibe (eben eine durchsichtige Steinplatte!) sieht. Ich verwende dazu Rhein-Kies. Den gibt es sehr billig im Baumarkt zu kaufen und nach einer guten Spülung ist er auch im Terrarium einfach einsetzbar (man kann auf die Spülung verzichten, jedoch hat der Kies große Mengen Lehm, Ton und Sand anhaften die das Wasser trüben). Dieser Kies wird etwa 3-8cm hoch eingesetzt. Zwischen diesen großen Kieseln können sich die Tiere hervorragen unterwasser verstecken. Zur Scheibe hin wird ein leichtes Gefälle gemacht und wenige Centimeter vor der Scheibe größere Steine oder Schieferplatten positioniert. Hier werden sich die Tiere sicher fühlen und deshalb auch zeigen.
Man kann das Wasser nun mit einer kleinen Kreiselpumpe umwälzen (gibt es für wenig Geld im Baumarkt) oder mit einer Luftpumpe belüften. Auch andere Methoden wie Lufthebefilter, Außenfilter, ... sind denkbar, wichtig ist, dass Sauerstoff in das Wasser gelangt und das Wasser etwas bewegt ist.
Ich selbst verwende einfach Luftpumpen für Teiche um meine Becken zu belüften. Eine 400l/h Pumpe reicht je nach Abstand und Wasserhöhe der Becken für 2-3 Becken aus.

Die Übergangszone
Dies ist der Bereich, der von den Tieren am häufigsten verwendet wird. Hier ruhen die Tiere mit dem Körper im Wasser und dem Kopf über dem Wasser. Diesen Bereich habe ich so gestaltet, dass er so viel Versteckmöglichkeiten bietet, wie nur möglich. Dazu nehme ich einige Steine (oder noch mehr Kiesel), die knapp aus dem Wasser ragen. Auf diese Steine lege ich Schieferplatten, Stücke von Dachziegeln und Baumrinde aus dem Wald. Am Ende bleiben so zur Beckenfront etwa 5-10cm Platz mit einer Wasserhöhe über den Kiesel von etwa 2-3cm. Ich habe auch Versuche mit Moos gemacht, dieses benötigt jedoch Licht, weshalb es mit der Zeit stets kaputt gegangen und vermodert ist. Seit dem verwende ich nur noch tote Materialien. Möchte man sein Becken bepflanzen, z.B. mit Begonien am so geschaffenen Ufer, muss man sein Becken beleuchten, was ich zwar nicht ausschließe, jedoch selbst nicht in allen Becken mache.

Der Landteil
Der Landteil besteht zunächst aus einer Fortführung der geschichteten Übergangszone in dem man einfach mehr und mehr Schichtmaterial aufträgt. Zum Schluss, wird noch Waldboden darauf gebracht, hier vor allem die Schicht mit den noch nicht verrotteten Blättern und Nadeln der Bäume. Die Walderde würde hier mit der Zeit nach unten Sacken und ins Wasser gelangen, weshalb ich darauf nach Möglichkeit verzichte. Diese Laub/Nadelschicht endet in meinen Becken knapp unter der Oberkante des Beckens, also ca. 3cm darunter. Diese Schicht scheint eine sehr gute Möglichkeit zu sein die Tiere zu füttern, da sich dort Grillen und Heimchen lange und gut halten und die Tiere aus dem Hinterhalt zupacken können. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass die Tiere sich hier eine Art Tunnelsystem graben/bauen/erstellen in welches sie sich mit dem erbeuteten Futtertier zurückziehen wie ein Regenwurm oder ein Blindwühle.

Desmognathus sind wie die allermeisten anderen Lungenlosen Künstler im Ausbrechen. Die Tiere können an Glasdecken entlanglaufen und so ist auch ein überstehender Steg für diese Tiere nicht mehr als eine kleine Abwechslung. Die Sicherung eines solchen Beckens gestaltet sich somit recht problematisch und sollte deshalb die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Halters erfahren.
Ich verwende als Abdeckung Glasscheiben die auf das Becken gelegt werden. Da diese ja potentiell absolut dicht sind, ist ein Ausbruch so schwieriger. Durch die Belüftung des Beckens mit einer Luftpumpe ist das Becken ja auch nicht luftdicht. Irgendwo gibt es immer eine klein Ritze, durch die die Luft, aber nicht die Tiere, entweichen kann.
Den Luftschlauch leite ich durch eine Acrylglasscheibe ins Becken. Denn Acrylglas-Platten lassen sich einfach zurechtschneiden und bohren. Ich schneide also eine Platte zurecht, die ist bei mir meist 5cm breit, bohre ein Loch im Durchmesser des Luftschlauchs hinein und klebe diese Platte mit Klebeband an das Becken. Eine weitere, große Glasplatte überdeckt den Rest. Man kann auch mehrere kleine Glasplatten verwenden, muss aber stets bedenken, dass manche Desmognathus groß werden und diese kleineren, leichteren Platten unter Umständen beiseite schieben können.

Wie bereits erwähnt, verzichte ich auf eine Beleuchtung der Becken. Durch die recht dichte Bauweise der Becken würde eine Beleuchtung einen zusätzlichen Wärmeeintrag ins Becken bedeuten, der zu einer, womöglich zu einer zu starken Erwärmung führen würde. Da Desmognathus jedoch kühle Temperaturen brauchen, wäre das kontraproduktiv. Stellt man die Abkühlung des Becken sicher kann man das Becken auch beleuchten. Wäre das Becken nach oben offen, z.B. durch eine Gazeabdeckung, wäre das sicherlich einfacher, jedoch ist mir bislang keine Möglichkeit in den Sinn gekommen eine solche Abdeckung zu bauen, der ich dann auch die Tiere anvertrauen würde.
Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Tiere in einem solch dichten Becken öfter sichtbar sind. Das wird vermutlich an der höheren Feuchtigkeit in der Luft und dem Becken allgemein zusammenhängen.


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